Samstag, 7. März 2009

vernetztes Denken -Schokolade

Vom Kakaobaum bis in den Mund

Zuerst möchte ich mich für den verspäteten Beitrag entschuldigen! Jetzt wünsche ich gute nachdenkliche Minuten beim Lesen!

Wie schafft es die Schokolade überhaupt bis in die Migrosregale und in unseren Mund? Wer arbeitet überhaupt für den glücklichen Moment, in dem ich die Schokolade essen kann? In dieser Woche habe ich oft über dieses Thema nachgedacht und meine Ohren offen gelassen.

Der Anfang der Schokolade steckt in der Kakaobohne. Damit Kakaobäume überhaupt uns die wertvollen Kakaobohnen „geben“ können, müssen zuerst die Bäume gepflanzt werden. Dies bedeutet also schon ganz zu Beginn Arbeit für andere. Wahrscheinlich ziemlich mühsam werden die Bäume gepflanzt, sobald die Früchte die Reife erreicht haben werden sie geerntet. In der Fermentationsphase werden die vielen Kakaobohnen in grosse Blätter gelegt, wie zum Beispiel auch Bananenblätter. Auch dieser Arbeitsvorgang ist nicht zu unterschätzen, wir sind uns nicht bewusst, wie viel Krampf dahinter steckt, gehen in die Migros und möchten meistens so wieso möglichst billig einkaufen… In den Blättern müssen sie verharren für rund einen Woche. Während der Fermentation entstehen hohe Temperaturen von rund 45 Grad, durch diese laufen der Gärprozess und alle chemischen und biologischen Prozesse ab. Der Wassergehalt der Bohnen nach dem Gärprozess beträgt ca. 60%. Dies erzeugt einen weiteren Arbeitsprozess, denn die Bohnen müssen für den Transport, die Lagerung und Weiterverarbeitung getrocknet werden, dies geschieht noch in den Anbauländern. Jede weitere Arbeit an „meiner“ „Schokolade“ wird in Europa verrichtet. Stunden für Stunden ist die „Schokolade“ oder besser gesagt sind die Kakaobohnen am reisen. Über See werden sie meist in abgefüllte 80 Kilo Säcken transportiert.

Jetzt erst beginnt die uns bekanntere Art der Verarbeitung der Kakaobohnen. In Europa werden sie in Verarbeitungsfabriken gebracht und dort geröstet. Die gerösteten Bohnen werden nun in den Fabriken mit einer grossen Walze in kleine Stücke gebrochen. So findet das Schälen statt, denn anschliessend werden die leichten Schalen durch Luftströme weggeblasen und der gebrauchbare Kakao weiterverarbeitet. Als nächster Arbeitsschritt folgt nämlich das Zermahlen der Kakaostückchen. Bei diesem Prozess wird die Kakaobutter vom Innern der Bohne ausgesetzt. Weil dieser Schritt unter sehr hohen Temperaturen stattfindet, schmilzt die Butter und tritt dann aus den vielen Poren heraus. Die Kakaobutter verbindet sich mit den Einzelteilchen der Bohne und bildet eine Hülle. Mit der Zeit verändern sich die Bruchstücke in eine dickflüssige Masse. Je nach Schokoladenhersteller werden verschiedene weitere Zutaten zur Kakaomasse beigegeben. Schokolade enthält meist Milchpulver… nun könnte man auch den Weg des Milchpulvers und der anderen Zutaten zurückgehen, da sie auch ein Teil der Schokolade sind! Nun wird die Masse mit riesigen Maschinen weiterverarbeitet. Es geht über vermischen, walzen, nochmals rühren und erhitzen. Um diese Arbeitsschritte zu verarbeiten haben Menschen Maschinen erschaffen. Auch diese haben hergestellt werden müssen! Durch das mehrere Stunden erhitzen und Rühren der Masse strömt nun das Fett aus den Spalten heraus und verteilt sich und verteilt sich grossflächig. So entsteht eine cremige flüssige Masse. Damit der Feuchtigkeitsgehalt der Schokoladenmasse sinkt, wird ihr Wasser entzogen. Mit Hilfe von Maschinen wird die Schokoladenmasse in die bekannten Schokoladentafelformen gegossen, abgekühlt und verpackt. Auch hier… woher kommt überhaupt die schöne Verpackung der Schokolade. Ist man sich immer bewusst, dass alles hergestellt werden muss?
Wenn die Schokolade transportierbereit ist, wird sie an verschiedene Destinationen gefahren. Geschäftsangestellte verrichten noch den letzten Arbeitsschritt für uns und stellen die fixfertige Schokolade in die Regale der Einkaufsläden. Den Rest der Arbeit verrichten wir, nur ist unser Teil der Arbeit meist ein Vergnügen.


Was bedeutet dies nun für mich?
Durch das Sammeln von Informationen zu diesem Thema und durch das Schreiben dieses Textes wurde ich mir bewusst wie viel Arbeit in jedem Nahrungsmittel steckt. Oft sind wir zu wenig dankbar und sehen nicht, welch eine Mühe hinter all diesen Produkten steckt. Und oft bin ich so „egoistisch“ und kaufe mir die billigste Schokolade. Doch nun überlege ich mir auch ein bisschen mehr bevor ich die billigsten Produkte kaufe. Wohin fliesst überhaupt das Geld? Geht es bei der Schokolade auch an diese Leute die mühsam die Kakaobohnen ernten? Kann ich auch meinen Teil dazu beitragen, dass diese Arbeit mehr geschätzt wird? Es wurde mir bewusster wie viele Arbeitsschritte überhaupt nötig sind, nur für einen Tafel Schokolade.


Nicole Lg06De

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